Abwesenheitsassistenz_1
Aufbaufoto: bp

Projekt Title: ABWESENHEITSASSISTENZ

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27. Januar – 09. April 2017

Vernissage / Opening
Freitag, 27. Januar 2017 um 19:30 Uhr / 
Friday, 27 of January 2017, 7.30 P.M.


mit Nils Röller, Zürich /

with Nils Röller, Zurich


Performative Installation und szenische Konstellation

Aluminium, Stahl, Pulverbeschichtung, Kunststoff, Elektromotoren, Poliermaschine, Kabel, elektronische Steuergeräte, Computer, bedruckte Teppiche, bedruckte Karte /

Aluminium, steel, powder coating, plastic, electric motors, polishing machine, cables, electronic controls, computer, printed carpets, printed card

 

B/W 420 cm, T/D 360 cm, H/h 78 cm (Objekt/Object 1)

ø 150 cm (Objekt/Object 2)

ø 200 cm (Teppiche/Carpets)

 

Kunstraum Kreuzlingen (Schweiz)


Synopse

Boris Petrovskys Kunst ist eine, die aufregt, die Fragen aufwirft, die verunsichert. Seine Objekte sind von Menschen erzeugte und dabei selbstdenkende Systemmodelle – mechanisch brutal und dennoch verführerisch in ihrer Ästhetik. Was er zeigt, sind Systeme, die den Rezipienten fortlaufend bedienen, ohne ihn selbst dabei noch zu brauchen (aber so tun, als ob und dabei Daten erfassen). Eine »Wunscherschaffungsmaschine«, deren Steuerung nicht mehr nötig oder nicht mehr möglich ist?

Petrovskys Kunst reflektiert Bedürfnis- und Konsumstrukturen, die akut geworden sind in unserer Gesellschaft der stetigen Beschleunigung und Selbstoptimierung. Der schlimmstmögliche Fall? Die Wunschlosigkeit des Menschen. Wir müssen begehren.

Wir müssen etwas wollen. Wir müssen es wollen zu wollen und dürfen es nicht so aussehen lassen. Denn längst ist der Verbrauch das eigentliche Produkt, eingesponnen in ein Netzwerk aus plausiblen Paradoxien. So stellt Boris Petrovsky aus, was wir längst schon wissen und dabei doch nicht sehen wollen: Wir sind zu einer befüllbaren Leerstelle geworden, assistieren unserer eigenen Abwesenheit und feiern diese mit seeligen Gesichtern. Das störungsfrei eingependelte System ist zugleich Idealzustand und gefürchteter Höllensturz.

Es stellt sich die Frage nach dem Verbleib des Menschen in diesem nahezu unsichtbar gewordenen, technisierten Inferno:

Boris Petrovsky verführt uns und setzt uns aus – anwesend abwesend – und lässt uns dann dort in einem hell erleuchteten Weltinnenraum der Maschinen, in einer Art »technospiritistischem Andachtsraum« alleine zurück, wo wir längst schon sind. Wir (die Betrachter) sind Zeugen unserer eigenen Abwesenheit. Und sehen mit Schrecken und Verzückung zugleich: Das alles weiter seinen Gang geht. Dass wir wollen, was wir wollen sollen, um zu sein.

 

Mitarbeit

Programmierung: Georg Nagel; Grafik Kartenobjekt:Nina Martens

(stereomorph.net)

Projektassistenz: JQ

 

KTG
KN

ABWESENHEITSASSISTENZ wurde gefördert durch die Kulturstiftung des Kantons Thurgau (Schweiz) und durch die Stadt Konstanz (Kulturfonds)







Danke für die Unterstützung an:

Bruder Werbetechnik (Allensbach)

Eibach (Finnentrop)

Pulvertec (Konstanz)

Schlegel Elektrokontakt (Dürmentingen)